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Der
damalige erste Ludwigshafener Bahnhof befand sich noch an der Stelle der
Rheinschanze, also dem Hafen - an seiner Stelle befindet sich heute der
Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Mitte.
Nach knappen 2 Jahren Bauzeit war die Strecke fertiggestellt: Am 11. Juni
1847 wurde der erste Streckenabschnitt Rheinschanze - Neustadt (Haardt)
- heute Neustadt (Weinstraße) - feierlich eröffnet und für
den Verkehr freigegeben. Bereits kurze Zeit später konnte die Verbindung
zwischen Kaiserslautern und Homburg am 1. Juli 1848 in Betrieb genommen
werden. Schließlich übergab man am 6. Juni 1849 die Verbindung
Preußen - Bayern dem Verkehr: Die Strecke Homburg - Bexbach war
fertiggestellt. Am 2. Dezember 1848 schließlich war der landschaftlich
reizvollste Abschnitt der Strecke fertiggestellt: Kaiserslautern - Frankenstein.
Dieser Abschnitt verläuft mitten durch den Pfälzer Wald und
ist gekennzeichnet durch seine vielen Tunnel, welche zur damaligen Zeit
von hunderten Arbeitern von Hand durch die Berge getrieben wurden. Die
Strecke war jedoch noch immer nicht durchgängig von Rheinschanze
nach Bexbach befahrbar, ein Teilstück fehlte noch: Die Lücke
Frankenstein - Neustadt (Haardt) schloss man am 25. August 1849; somit
war die Grundlage für die heutige Kursbuchstrecke 670 gelegt: Die
Pfälzische Ludwigsbahn war fertiggestellt.
Nach der Inbetriebnahme: Weiterentwicklung und
Wachstum auf ganzer Linie
Nach der Inbetriebnahme der gesamten Strecke am 25. August 1849 wurde
die Strecke von Zügen aus dem gesamten damaligen Deutschen Reich
genutzt. Der Verkehr auf der Strecke nahm schließlich so stark zu,
dass man Ende des Jahrs 1855 den zweigleisigen Ausbau der Strecke veranlasste.
Bereits im Juli 1856 war die gesamte Strecke zwischen Rheinschanze und
Bexbach zweigleisig befahrbar und konnte nahezu doppelt so vielen Zügen
ihren Weg ins heutige Saarland bieten wie zur eingleisigen Zeit.
Aufgrund des mit dem zweigleisigen Streckenausbaus verbundenen höheren
Verkehrsaufkommens auf der Strecke war der Bau einer neuen Rheinbrücke
im heutigen Ludwigshafen unbedingt erforderlich - nicht zuletzt auch wegen
dem Zeitalter der Industrialisierung, durch das die Eisenbahn immer mehr
an Bedeutung gewann. Eine neue, stabilere und für die damalige Zeit
modernere Brücke sollte die alte Schiffsbrücke ersetzen. Paul
Camille von Denis wurde zur Planung und zum Bau der Brücke wieder
als Vorsitzender der Planungskommission eingesetzt. Die Planungen zwischen
1863 und 1864 sahen eine Kombination aus Straßen- und Eisenbahnbrücke
mit prachtvollen Portalen an Anfang und Ende vor. Zwischen 1865 und 1868
wurde die rund 270 Meter lange und 7,5 m breite (bezogen auf die Eisenbahnbrücke)
Brücke als Stahlkonstruktion errichtet und wurde am 25. Februar 1867
dem Straßen- und Eisenbahnverkehr übergeben. Die Brücke
ist auch heute noch vorhanden, allerdings wird sie auf der Südseite
von einer neuen, moderneren, seit 2003 im Betrieb befindlichen, zweigleisigen
Eisenbahnbrücke verdeckt und ist nur noch vom heutigen Bahnhof Ludwigshafen
(Rhein) Mitte und der Verbindungsstraße Ludwigshafen - Mannheim
aus deutlich zu betrachten.
Doch verläuft die heutige KBS 670 nicht mehr von Mannheim nach Bexbach,
sondern von Mannheim nach Saarbrücken. Die Verbindungsstrecke Homburg
- Saarbrücken entstand über mehrere Umwege.
Ab dem 7. Mai 1857 fuhren bereits Züge von Homburg über Schwarzenacker
nach Zweibrücken. So verlängerte man in den Jahren 1866 bzw.
1867 die Pfälzische Ludwigsbahn über Schwarzenacker hinaus nach
Bierbach und führte sie weiter nach St Ingbert. Somit entstanden
auch die Bahnhöfe Rohrbach und St Ingbert der heutigen KBS 670.
Am 15. Oktober 1879 wurde schließlich - nach mehrjähriger Bauzeit
- der Streckenabschnitt von St Ingbert nach Saarbrücken über
Scheidt fertiggestell; auch der neue Bahnhof St Ingbert wurde an diesem
Tag eingeweiht. Von nun an nahmen sämtliche Güter- und die wenigen
Personenzüge, die nur auf "Durchreise" durch das heutige
Saarland waren, den kürzeren und somit schnelleren Weg über
St Ingbert nach Saarbrücken.
Die endgültige KBS 670, wie sie im jetzigen Jahrhundert existiert,
entstand jedoch erst im folgenden Jahrhundert: Am 1. Januar 1904 ließ
die damals zuständige Bahnverwaltung das Streckenstück St Ingbert
- Homburg bauen. Somit verkürzte sich die Reisezeit auf der Ludwigsbahn
von Mannheim nach Saarbrücken erneut um gute 10 - 15 Minuten.
| Zusammenfassung:
Entstehung und Bau der Pfälzischen Ludwigsbahn - Grundlage
für die heutige Kursbuchstrecke 670 |
| 10.01.1838 |
Bildung
einer provisorischen Gesellschaft zum Bau der Strecke Rheinschanze
- Bexbach. |
| 30.03.1838 |
Gründung
der Aktiengesellschaft zum Bau der Rheinschanz - Bexbacher Eisenbahn.
Hauptgrund für den Bau war die Beförderung der Kohle
der Bexbacher Gruben an den Rhein.
Die
neue Rheinschanze war ürsprünglich eine Festung und
befand sich ungefähr an der Stelle, an der der heutige Bahnhof
LU-Mitte liegt.
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| 1843 |
Der
Rheinhafen der Rheinschanze wird in Ludwigshafen umbenannt. |
| 1844 |
Paul
Camille von Denis (1795 - 1872) wird zum Direktor zum Bau der Strecke
ernannt. Man baute ihm in Frankenstein (Pfalz) eine großzügige
Villa, die heute noch bewohnt wird. |
| 1845 |
Baubeginn
der Strecke und Umbenennung in "Pfälzische Ludwigsbahn". |
| 11.06.1847 |
Feierliche
Eröffnung der Strecken Rheinschanze - Neustadt (Haardt) und
Schifferstadt - Speyer. Ursprünglich sollte die Strecke von
Ludwigshafen über Speyer nach Neustadt verlaufen. Ein heftiger
Streit der Gemeinde Schifferstadt und der Stadt Speyer um den begehrten
Bahnanschluss war die Folge. Schließlich wählte man die
direkte Variante über Schifferstadt und spendierte Speyer eine
Stichstrecke von Schifferstadt, die (natürlich) keinen Tag
später als die Hauptstrecke in Betrieb gehen durfte. Der erste
Ludwigshafener Bahnhof befand sich noch direkt an der Rheinschanze
(Hafen). An dieser Stelle befindet sich der heutige Bahnhof Ludwigshafen
(Rhein) Mitte. |
| 01.07.1848 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Kaiserslautern - Homburg. |
| 02.12.1848 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Kaiserslautern - Frankenstein. |
| 06.06.1849 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Homburg - Bexbach |
| 25.08.1849 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Neustadt - Frankenstein.
Damit
ist die Strecke Rheinschanze - Homburg (Saar) - Bexbach durchgehend
befahrbar. |
| Juli
1856 |
Das
2. Streckengleis ist durchgehend befahrbar. |
| 07.05.1857 |
Erste Züge zwischen Homburg (Saar),
Schwarzenacker und Zweibrücken |
| 1865 |
Rheinschanze
heißt ab sofort Ludwigshafen. |
| 1867 |
Zwischen
Ludwigshafen und Mannheim wird die erste feste Rheinbrücke
dem Schienen- und Straßenverkehr übergeben. Vorher wurde
(nach Inbetriebnahme der Strecke Ludwigshafen - Worms im Jahre 1853)
der alte Ludwigshafener Hauptbahnhof, ein Kopfbahnhof, errichtet.
Dieser wurde erst 1969 durch den neuen Durchgangsbahnhof ersetzt.
Heute steht an seiner Stelle das etwas überdimensionierte,
von weitem sichtbare Rathaus-Center. |
| 1866
/ 1867 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Rohrbach (Saar) - St Ingbert aus Richtung Zweibrücken
/ Bierbach. |
| 15.10.1879 |
Die
Strecke St Ingbert - Saarbrücken geht in Betrieb. |
| 01.01.1904 |
Inbetriebnahme
des Streckenabschnitts Homburg (Saar) - Rohrbach (Saar). |
Zwei Weltkriege, eine Strecke, zwei Bahngesellschaften
Mit Beginn des Jahres 1909 ging die Pfalzbahn
(Vertiefung: Übersicht der Strecken der Pfalzbahn)
über in den Verwaltungsbereich der Bayerischen Staatsbahn. Nach dem
Ersten Weltkrieg ging das Saarland 1920 über in den Verwaltungsbereich
durch Frankreich. Somit gründete man eine eigene Eisenbahngesellschaft,
die Saareisenbahn. Diese verwaltete das Streckenstück Saarbrücken
- Homburg; Homburg wurde Grenzbahnhof zwischen Frankreich und Deutschland.
Die Deutsche Reichsbahn verwaltete unterdessen den restlichen Teil der
Strecke. Mit der ersten Rückgliederung des Saarlandes in das damlige
Deutsche Reich 1935 gelang auch das 30 km lange Streckenstück zwischen
Saarbrücken nach Homburg unter die Verwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft,
kurz DRG. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg 1945 wurde das Saarland
erneut ein Teil Frankreichs, wieder gründete man eine neue Eisenbahnverwaltung,
die Eisenbahn des Saarlandes, kurz EdS. Diese verwaltete wieder das Streckenstück
Saarbrücken - Homburg, wobei Homburg wieder Grenzbahnhof zwischen
Frankreich und Deutschland wurde. Die übrige Strecke oblag der Verwaltung
der Deutschen Bundesbahn (DB). 1957 schließlich übernahm die
Deutsche Bundesbahn die EdS mit der zweiten Rückgliederung des Saarlandes
in die Bundesrepublik Deutschland. Die Strecke oblag nun auf gesamter
Länge der Verwaltung der Deutschen Bundesbahn.
Nach dem Wirtschaftswunder: Elektrifizierung und
Fortschritt
Die seit 1957 als KBS 279 bezeichnete Strecke besaß
schon immer eine große Bedeutung für den Fernverkehr. So wurde
in den 60iger-Jahren eine Elektrifizierung immer unausweichlicher. So
erteilte die Deutsche Bundesbahn 1960 den Auftrag, die Pfälzische
Ludwigsbahn - damals auch als KBS 279 bezeichnet - auf gesamter Länge
zu elektrifizieren. Ab dem 8. März 1960 war so der Abschnitt Saarbrücken
- Homburg elektrisch befahrbar, der Streckenteil Homburg - Kaiserslautern
folgte am 28. Mai 1961. Ab dem 12. März 1966 schließlich war
auch der Abschnitt Kaiserslautern - Ludwigshafen (- Mannheim) elektrifiziert
und die Strecke damit auf gesamter Länge - also von Saarbrücken
nach Mannheim - elektrisch befahrbar.
Ab 1970 verkehrte auf der Strecke das TEE-Zugpaar 50 / 51, bereits ab
Mai 1969 änderte sich der Betriebsablauf auf der Strecke extrem,
lesen Sie mehr dazu hier.
Aufgrund der immer höheren Geschwindigkeiten, die auf der Strecke
gefahren werden konnten, geschah am 28. Juni 1988 der bisher schwerste
Unfall auf der Strecke, lesen Sie mehr dazu hier.
Denn Fortschritt ist nicht aufzuhalten ...
Auch vor der altehrwürdigen Pfälzischen
Ludwigsbahn - der einstigen Magistrale der Pfalzbahn - macht der Fortschritt
in Form neuer Fahrzeuge nicht halt: Ab dem Jahr 2000 kamen die ersten
ICE-Triebzüge auf der Strecke zum Einsatz. Ab 2003 erreicht auch
das S-Bahn-Netz die KBS 670 und seit dem 10. Juni 2007 verkehren auf der
Strecke ICE zwischen Frankfurt (Main) und Paris.
Ergänzende Links
Die hier vorhandene Beschreibung bezieht sich auf allgemeine
Details und wichtige Veränderungen, die die Strecke betrafen, betreffen
und betreffen werden. Weitere Informationen finden Sie unter den folgenden
Links (Sie verlassen NICHT die Seite www.kbs-670.de!):
Die Pfälzische Ludwigsbahn bei Wikipedia finden Sie hier. |