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Die Kursbuchstrecke 670
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Die Kursbuchstrecke 670 - S-Bahn RheinNeckar

Zu Zeiten, in denen auf der KBS 670 noch die Deutsche Bundesbahn den gesamten Verkehr - und somit auch den Regionalverkehr - selbst bestimmte, waren einige wenige Nahverkehrszüge über den gesamten Tag verteilt. Ein Taktverkehr, wie er heute existiert, war zu dieser Zeit gänzlich unbekannt. Nachdem der Regionalverkehr nun durch die Regierungen der jeweiligen Bundesländer bestimmt wird - die Nahverkehrszüge müssen durch die jeweilige Regierung bestellt werden -, ist auf der Strecke auch ein Taktverkehr Realität geworden.
Zunächst wurde dieser Taktverkehr mit normalen Wagenzügen, bespannt mit Lokomotiven der Baureihen 110, 140 und 141 gefahren, später kam auch die Baureihe 143 mit modernen Doppelstockwagen hinzu. Bereits unmittelbar nach Einführung des neuen Regionalverkehrs wurde über eine mögliche Verdichtung des Verkehrs und damit über eine Ablösung der bisherigen Nahverkehrszüge nachgedacht. Auch die Forderung nach einem barrierefreien Nahverkehr auf der Strecke war ausschlagbened für diese Überlegungen. Am 14. Dezember 2003 nahm schließlich - nach langer Planungs- und Vorbereitungsphase - die S-Bahn RheinNeckar ihren Betrieb auf. Von nun an verkehren moderne Triebzüge der Baureihe 425 im Halbstundentakt - teilweise auch im Viertelstundentakt - in Einfach- und Doppeleinheiten zwischen Kaiserslautern und Osterburken bzw. Speyer und Karlsruhe. Ende 2006 wurde die S-Bahn bis nach Homburg (Saar) verlängert. Es existiert somit seit über 10 Jahren wieder eine Direktverbindung von Homburg (Saar) Hbf nach Osterburken.

Allgemeines
Ziel der S-Bahn RheinNeckar ist es, den Verkehr in der Rhein-Neckar-Region - also vor allem zwischen Karlsruhe und Ludwigshafen - attraktiver und moderner zu gestalten. Speziell die seit 1990 auf der Strecke fahrenden Nahverkehrszüge, welche bei vielen Fahrgästen nicht besonders geschätzt werden, sollen durch die S-Bahn ersetzt werden. Desweiteren wird mit Einführung des S-Bahn-Betriebs eine hohe Taktrate im Regionalverkehrsbereich erzielt, wie er mit lokbespannten Nahverkehrszügen nicht umsetzbar wäre.
Durch die S-Bahn versprechen sich die einzelnen Länder vor allem eine höhere Pünktlichkeit im Regionalverkehr; eine Quote von 95 % wurde vor Einführung angestrebt, mittlerweile liegt sie bei ungefähr 98 %.
Um das Konzept zu realisieren, wurden bis zu 260 Millionen Euro in Baumaßnahmen investiert, 190 Millionen Euro flossen in die Beschaffung der neuen Triebzüge der Baureihe 425, Bauart "RheinNeckar".
Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurde der hohen Nachfrage Rechnung getragen: Es entstand ein neuer Streckenast in Richtung Elsenztal (Baden-Württemberg), benannt als S5. Ab März 2009 ist zudem eine durchgehende Verbindung von Aglasterhausen nach Mainz Hbf geplant, deklariert unter S51. Beide Linien - S5 und S51 - betreffen die KBS 670 jedoch nicht.

Nahverkehrszug der alten Generation: Ein mit einer Lok der Baureihe 110 bespannter Regionalexpress von Mannheim nach Saarbrücken.
Die neue S-Bahn: Ein Triebzug der Baureihe 425 auf der Fahrt als S1 von Osterburken nach Homburg (Saar) Hbf.

Vorbereitende Maßnahmen
Um einen reibungslosen Ablauf des Betriebes der S-Bahn zu garantieren, sind und waren Maßnahmen erforderlich, die teilweise mit erheblichem Aufwand durchgeführt wurden.

Zur Umsetzung des Konzepts der Barrierefreiheit müssen alle Bahnsteige der S-Bahn auf eine einheitliche Höhe von 76 cm über Schienenoberkante gebracht werden; nur so ist ein niveaugleicher Zugang zum Zug - was beispielsweise für Rollstuhlfahrer eine große Erleichterung ist - möglich. Auch ältere Menschen können so einfacher in den Zug einsteigen. Im Einzelnen wurden dabei zwischen Homburg (Saar) und Ludwigshafen folgende Maßnahmen druchgeführt:

Homburg (Saar) Hbf Erhöhung eines Bahnsteigs auf 76 cm über Schienenoberkante (SO). Dieser Bahnsteig ist ausschließlich der S-Bahn vorbehalten; alle anderen Bahnsteige besitzen zudem bereits eine entsprechende Höhe.
Bruchmühlbach-Miesau bis Kennelgarten Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO, teilweise Gleiserneuerung.
Kaiserslautern Hbf:
Vollständiger Bahnhofsumbau: Modernisierung aller Bahnsteige und der Bahnsteigunterführung. Neubau eines zusätzlichen Bahnsteiges ausschließlich für Züge der S-Bahn.
Hochspeyer bis Lambrecht Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO.
Neustadt (Weinstraße) Hbf Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO. Neubau einer Fußgängerbrücke, welche die gesamten Bahnhofsgleise überspannt, als Ergänzung zur bereits vorhandenen Fußgängerunterführung.
Neustadt-Böbig bis Böhl-Iggelheim Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO, teilweise Gleiserneuerung.
Schifferstadt Verlegung der Bahnsteiggleise, dadurch Änderungen im Spurplan. Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO.
Limburgerhof bis Lu-Mundenheim Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über SO, bis heute (2009) ist das Provisorium aus Holz in Lu-Rheingönheim und Lu-Mundenheim erhalten geblieben.
Ludwigshafen (Rhein) Hbf Nur geringe Umbaumaßnahmen; Bahnsteige besitzen bereits eine Höhe von 76 cm über SO.
Ludwigshafen (Rhein) Mitte Neubau (s.u.)

Wie bereits in der obigen Auflistung erwähnt, wurde der Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Mitte komplett neu errichtet. Er liegt kurz vor der Ludwigshafener Rheinbrücke und damit kurz vor der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.
Grund für den Neubau ist die mangelnde Innenstadtnähe des eigentlichen Ludwigshafener Hauptbahnhofes. Von dort aus ist ein Erreichen der Innenstadt nur über einen längeren Fußweg oder eine längere Busfahrt erreichbar. Durch den neuen Bahnhof, welcher in unmittelbarer Innenstadtnähe liegt, entfallen diese Wege. Zudem beherbergt der Bahnhof ein Einkaufszentrum.
Unmittelbar an den neuen Ludwigshafener Bahnhof schließt sich die Rheinbrücke an. Ursprünglich war diese zweigleisig (siehe Foto rechts). Der Verkehr, welcher durch die S-Bahn verursacht werden sollte, war jedoch mit einer zweigleisigen Brücke nicht mehr zu bewältigen. Es wurde daher parallel zur alten Brücke eine neue, ebenfalls zweigleisige Brücke gebaut, welche nun ebenfalls den Rhein überspannt und von Zügen aller Gattungen gleichermaßen genutzt wird. Sie war bereits fertig gestellt und wurde auch regulär von Zügen befahren, bevor der Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Mitte in Betrieb ging. Es fand dann selbstverständlich kein Halt in diesem Bahnhof statt.

Zur Wartung der neuen Triebzüge der S-Bahn wurde das bestehende Bahnbetriebswerk Ludwigshafen (Rhein) ausgebaut. Die bestehenden Anlagen wurden um eine neue Werkstatthalle erweitert; es wurden Abstellmöglichkeiten für die Triebzüge geschaffen, so dass sie schnell und einfach in den Einsatz gehen können oder in das Werk einrücken können.

Eine Besonderheit ergab sich im Bahnhof Schifferstadt. Dieser Bahnhof liegt in einem starken Bogen, Güter- und Fernverkehrszüge durchqueren ihn mit niedriger Geschwindigkeit. Man entschloss sich - auch im Hinblick auf den Aufbau der POS Nord - zum Bau einer Umgehung, welche mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h genutzt werden kann. Dieser Bau geschah mehr oder weniger zeitgleich mit der Modernisierung der Bahnsteige in Schifferstadt. Eine "Mitschuld" am Bau der Umgehung trägt jedoch auch die S-Bahn. In Schifferstadt fädelt die Strecke aus Germersheim - Speyer in die Trasse der KBS 670 ein, was eine hohe Zugdichte verursacht. Durch den Bau der Umgehung ermöglicht man den Fernverkehrszügen also nicht nur eine höhere Geschwindigkeit, sondern vermeidet auch die Entstehung von Verspätungen infolge hoher Streckenauslastung.

Realisierung
Einführung
Die S-Bahn RheinNeckar bestand zu ihrer Inbetriebnahme am 14. Dezember 2003 aus vier Linien:

Die einzelnen Linien wechselten sich ab, d.h., sie verkehrten jeweils im Stundentakt, allerdings zeitversetzt. So wurde ab Schifferstadt teilweise ein Viertelstundentakt erreicht, zwischen Kaiserslautern und Schifferstadt ein Halbstundentakt (vgl. Betriebsablauf und Verkehr).
2006 wurden die Linien 1, 3 und 4 verlängert: S1 wird von nun an über Kaiserslautern hinaus nach Homburg (Saar) geführt, während S3 und S4 bereits in Germersheim beginnen (Die Strecke Speyer Hbf - Germersheim wurde dazu elektrifiziert.). Heute - d.h. 2009 - finden sich also folgende Linienführungen:

Seit 13.12.2009 ist ein fünfter Streckenast in Betrieb; die Deutsche Bahn AG trägt somit der starken positiven Fahrgastresonanz Rechnung. Die neue Linie wird über die neu elektrifizierte Elsenztalbahn in Baden-Württemberg geführt:

Ab März 2009 ist eine Erweiterung dieser Linie durch Einführung der S51 vorgesehen:

Beide Linien - S5 und S51 - werden dabei jedoch nicht über die KBS 670 geführt.
Einen Liniennetzplan der S-Bahn Rheinneckar und des dazugehörigen Regionalverkehrs in der Region finden Sie hier, eine reine Darstellung der S-Bahnlinien findet sich hier.

Zubringerzüge
Die Bahnhöfe, an denen die S-Bahn verkehrt, können mit verschiedenen Zubringerzügen des Regional- und Fernverkehrs erreicht werden. Für den Regionalverkehr sind dies:

RE 7 Trier Hbf - Saarbrücken Hbf - Mannheim Hbf Umstieg kann auf allen Haltebahnhöfen nach Halt in Homburg (Saar) Hbf und in Homburg (Saar) Hbf selbst erfolgen.
RE 60 Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf Umstieg kann bereits in Homburg (Saar) Hbf erfolgen.
RB 71 Trier Hbf - Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf  
RB 51 Karlsruhe Hbf - Neustadt (Weinstraße) Hbf  
RE 4 Karlsruhe Hbf - Schifferstadt - Mainz Hbf Umstieg erfolgt in Schifferstadt.
RE 6 Karlsruhe Hbf - Neustadt (Weinstr) Hbf  
RB 65 Bingen (Rhein) Hbf - Kaiserslautern Hbf Umstieg kann bereits in Hochspeyer erfolgen.
RB 45 Grünstadt - Neustadt (Weinstraße) Hbf Umstieg kann bereits in Neustadt-Böbig erfolgen.

Bezogen auf den Fernverkehr ergibt sich folgende Auswahl:

EC 62 Saarbrücken Hbf - Graz Hbf Umstieg in Homburg (Saar) Hbf, Landstuhl (nicht alle Züge), Kaiserslautern Hbf, Neustadt (Weinstraße) Hbf, Ludwigshafen (Rhein) Hbf (nicht alle Züge) oder Mannheim Hbf.
IC 50 Saarbrücken Hbf - Frankfurt (Main) Hbf Umstieg in Homburg (Saar) Hbf, Landstuhl (nicht alle Züge), Kaiserslautern Hbf, Neustadt (Weinstraße) Hbf, Ludwigshafen (Rhein) Hbf (nicht alle Züge) oder Mannheim Hbf.
IC 50 Saarbrücken Hbf - Stuttgart Hbf Umstieg in Homburg (Saar) Hbf, Kaiserslautern Hbf, Neustadt (Weinstraße) Hbf, Ludwigshafen (Rhein) Hbf (nicht alle Züge) oder Mannheim Hbf.
ICE 50 Saarbrücken Hbf - Dresden Hbf Umstieg in Homburg (Saar) Hbf, Kaiserslautern Hbf, Neustadt (Weinstraße) Hbf oder Mannheim Hbf.
ICE 82 Paris Est - Frankfurt (Main) Hbf Umstieg in Kaiserslautern Hbf oder Mannheim Hbf.

Fahrzeugeinsatz
Auf allen Linien der S-Bahn RheinNeckar kommen Fahrzeuge der Baureihe 425 zum Einsatz. Ursprünglich wurden 2003 40 Triebzüge der Baureihe 425.2 angeschafft (425 201 bis 425 240), die nur für den Einsatz auf den S-Bahnlinien vorgesehen waren. Diese wurden im Bahnbetriebswerk Ludwigshafen (Rhein) Hbf stationiert und werden dort auch heute noch gewartet.
Schnell zeigte sich jedoch, dass Einsätze freier Triebzüge auch auf anderen Regionalverkehrslinien in der Region sinnvoll waren. So waren die Züge bereits kurz nach Aufnahme des S-Bahnbetriebes am 14.12.2003 vor allem in Tagesrandlagen auf den Strecken Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Mainz Hbf und Mannheim Hbf - Schwetzingen - Hockenheim - Karlsruhe Hbf anzutreffen. Ebenso, wie Züge der Baureihe 425.2 auf anderen Strecken eingesetzt wurden, kamen auch kurz nach Inbetriebnahme Triebzüge der Baureihe 425, die ursprünglich nicht für den S-Bahneinsatz vorgesehen waren, sprichwörtlich zum Zuge. Es handelt sich dabei speziell um die in Ludwigshafen (Rhein) Hbf bereits beheimateten Triebzüge der Baureihe 425.1 und die später hinzugekommenen Triebzüge der Baureihe 425.2 ab der Ordnungsnummer 241 aufwärts. Vor allem zur Hauptverkehrszeit halfen diese Züge bei Doppeltraktionen aus, da der Verkehr mit 40 Triebzügen allein oftmals nicht zu bewältigen war. Mit Verlängerung der S1 nach Homburg (Saar) Hbf war ein Einsatz dieser "Fremd-Fahrzeuge" sowieso unumgänglich geworden.

Weitere Informationen zur S-Bahn RheinNeckar finden Sie hier.