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Die Kursbuchstrecke 670
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Die Kursbuchstrecke 670 - Signale und Technik

Wie an jeder Eisenbahnstrecke finden sich auch an der KBS 670 Signale zur Sicherung und Sicherstellung des Zugbetriebes.
Entlang der Strecke finden sich verschiedene Signalsysteme: Ks-Signale und normale H/V-Lichtsignale.

Die Signale und ihre Steuerung
Früher war es üblich, dass es an jeder Strecke einen besetzten Bahnhof und besetzte Blockstellen gab, von wo aus die Signale im Bahnhof bzw. an der Blockstelle und an der Strecke gesteuert wurden. Dies ist heute, bis auf einige wenige Bahnhöfe, anders: Die Signale werden von einem elektronischen Stellwerk (ESTW) ferngesteurt; die Steuerung übernimmt weitgehend der Computer.
So wie oben geschildert ist es auch an der KBS 670 der Fall: Seit 1996 werden entlang der Strecke die alten H/V-Signale durch neue Ks-Signale ersetzt. Die Ks-Signale bzw. das Ks-Signalsystem bilden die Grundlage für die Fernsteuerung der Signale.
Das für die KBS 670 zuständige ESTW befindet sich in Karlsruhe. Entlang der Strecke befinden sich Ortsrechner des ESTW, welche die aus Karlsruhe gegebenen Befehle verarbeiten und umsetzen.
Bei einem Ausfall der Außenrechner oder des ESTW Karlsruhe selbst können Betriebsstörungen auftreten; ein Fahren nach Fahrplan ist dann nur noch eingeschränkt möglich. Häufig ist es bei gravierenderen Störungen mit weitreichenden Wirkungen auf den laufenden Bahnverkehr der Fall, dass keine Züge mehr in diejenige Richtung verkehren, deren Signale gestört sind. Sind also die Signale der Strecke von A nach B gestört, fährt hier kein Zug mehr; jedoch läuft der Verkehr dann auf der Strecke von B nach A planmäßig. Bei solchen Störungen stellt die Deutsche Bahn AG an größeren Bahnhöfen Taxigutscheine für die Reisenden aus oder richtet Schienenersatzverkehr - z.B. durch Busse - ein.

Zugsicherungssysteme
Zur Zeit der Dampflokomotiven wurden bereits Streckensignale eingesetzt, um den Zugbetrieb zu kontrollieren und zu steuern. Jedoch verließ man sich dabei vollkommen auf die Aufmerksamkeit und Konzentration der Lokführers. Man ging davon aus, dass er stets die Strecke und somit auch die Signale beobachtete und auf ihre jeweiligen Begriffe richtig reagierte. Mit der Zeit stellte man jedoch fest, dass dies nicht immer der Fall war, und man führte die Indusi ein; dabei handelt es sich um eine Sicherungseinrichtung, welche auf den Gesetzen des Magnetismus beruht. Ziel ist es, die Wahrnehmung der Signalstellung durch den Lokführer zu überprüfen und somit das Überfahren eines halt zeigenden - also roten - Signals zu vermeiden. Sollte die Signalstellung des Vorsignals vom Lokführer nicht durch Betätigen einer entsprechenden Taste bestätigt werden, wird eine Zwangsbremsung eingeleitet.
Es kam jedoch immer wieder zu Anfahrten gegen halt zeigende Signale, speziell nach dem Halt eines Zuges am Bahnsteig und unberechtigtes Abfahren desjenigen. Durch Einführung der PZB 90 wurde dies - so gut wie mit der heutigen Technik möglich - verhindert. Nach einem halt zeigenden Vorsignal und Anhalten vor dem roten Hauptsignal darf der Lokführer nur mit einer Geschwindigkeit v < 25 km/h am Hauptsignal vorbeifahren, ansonsten wird eine Zwangsbremsung eingeleitet, welche den Zug unmittelbar hinter dem Hauptsignal anhalten lässt. Nach erfolgter Vorbeifahrt am Gleismagneten des Hauptsignals erfolgt die Befreiung aus dieser Überwachung durch Betätigen eines entsprechenden Tasters und erst dann ist wieder ein Fahren mit der zugelassen Höchstgeschwindigkeit des Zuges möglich.
Eine detaillierte Beschreibung der Funktionsweise der Indusi bzw. PZB finden Sie bei Wikipedia oder hier.

Zugleitsysteme
Neben den Signalen, die für den Zugbetrieb mit am wichtigsten sind, gibt es auch so genannte Zugleitsysteme. Zu diesen Systemen zählen z.B. die LZB (Linienförmige ZugBeeinflussung) und das neuere ETCS (European Train Control System = Europäisches Zugleitsystem). Im Rahmen der POS Nord geht mit Fahrplanwechsel im Dezember 2011 ETCS in unterschiedlichen Ausführungen in Betrieb (siehe unten).
Der Grund für die Installation solcher Zugleitsysteme ist die hohe Geschwindigkeit der Züge. Bis 160 km/h ist es dem Lokführer möglich, innerhalb des vorgeschriebenen Bremswegs vor einem rot zeigenden Hauptsignal zum Halten zu kommen. Bei höheren Geschwindigkeiten, also v > 160 km/h, ist dies nicht mehr ohne weiteres möglich. Bei klarer Sicht wäre ein Anhalten innerhalb des vorgeschriebenen Bremsweges zwar prinzipiell nicht unmöglich, aber dennoch sehr unsicher. Die Zugleitsysteme geben dem Lokführer Informationen über die jeweiligen Signalstellungen, sodass dieser entsprechend reagieren kann. Man kann sich die allgemeine Funktionsweise eines Zugleitsystems anhand folgender Skizze deutlich machen:

Aus der Skizze ist ersichtlich, dass Zug 1, der mit 160 km/h fährt, bei sofortiger Einleitung der Bremsung rechtzeitig zum Halten kommt - im Gegensatz zu Zug 3, der mit 200 km/h fährt und erst am Vorsignal die Bremsung einleitet: Er rutscht über das Signal heraus und kommt im so genannten Durchrutschweg zum Halten.
Zug 2 dagegen fährt mit einem aktivierten Zugleitsystem, sodass er bereits z.B. 500 m vor dem halt zeigenden Vorsignal die Bremsung einleitet und so rechtzeitig zum Halten kommt.
Das Abbremsen vor einem roten Signal, welches durch das Zugleitsystem signalisiert wird, geschieht entweder vollautomatisch, halbautomatisch oder manuell - dies kann der Triebfahrzeugführer individuell bestimmen.

Im Rahmen des Streckenausbaus der KBS 670 zugunsten der POS Nord wird das neue Zugsicherungs- und Zugleitsystem ETCS auf der Strecke installiert. Ursprünglich sollten dabei die Level 1 und 2 auf verschiedenen Streckenabschnitten ab Dezember 2009 zum Einsatz kommen:

Die unterschiedlichen Level repräsentieren dabei unterschiedliche Betriebsmodi des Systems. So ist bei Level 1 eine zusätzliche Signalbeobachtung erforderlich, welche bei Level 2 entfällt. Eine Veranschaulichung der verschiedenen ETCS-Level können Sie hier einsehen; hier ist auch erkennbar, dass das ETCS deutliche Unterschiede von der LZB aufweist (siehe dazu auch: ETCS bei Wikipedia).
Im September 2009 wurde bekannt, dass sich der Einsatz des neuen Zugleitsystems auf Dezember 2011 verschiebt. Zudem wird dann die komplette Strecke mit ETCS Level 2 ausgerüstet:

Die Strecke wird nur bis Limburgerhof ausgerüstet, da ab dort bzw. bis dort Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h erreicht werden.
Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2011 ist die Inbetriebnahme vorgesehen.
Weitere Informationen über Signalsysteme und ihre Steuerung durch Stellwerke erhalten Sie auf der Seite über Stellwerke; Informationen zur LZB hier, zum ETCS hier.

Signale und ausgewählte Standorte
         
Signalart
Standort
Von
Bis
Bemerkung
Formsignale Saarbrücken Hbf
~ 1960
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Lichtsignale
Homburg (Saar) Hbf
~ 1960
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Lichtsignale
Lambrecht (Pfalz)  
~ 1988
Wegfall im Zuge der Errichtung eines SpDrS 600-Stellwerks und der Errichtung neuer Lichtsignale
Haßloch (Pfalz)  
2001
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Kombinationssignale
Lichtsignale  Saarbrücken Hbf
~ 1960
2002
Wegfall im Zuge der Einrichtung eines ESTW
Homburg (Saar) Hbf
~ 1960
1996
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Kombinationssignale
Einsiedlerhof Güterbahnhof
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Kombinationssignale
Kaiserslautern Hbf
~ 1960
heute
 
Lambrecht (Pfalz)
~ 1988
1999
Wegfall im Zuge der Errichtung neuer Kombinationssignale
Kombinationssignale Saarbrücken Hbf
2002
heute
  • bis 2003: Steuerung der Signale durch das ESTW Saarbrücken
  • ab 2003: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Karlsruhe
Homburg (Saar) Hbf
1996
heute
  • bis 2002: Fernsteuerung der Signale durch das Stellwerk Saarbrücken Hbf
  • ab 2002: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Saarbrücken
  • ab 2003: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Karlsruhe
Lambrecht (Pfalz)
1999
heute
  • bis 2003: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Neustadt (Weinstraße)
  • ab 2003: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Karlsruhe
Neustadt (Weinstraße) Hbf
1999
heute
  • bis 2003: Steuerung der Signale durch das ESTW Neustadt (Weinstraße)
  • ab 2003: Fernsteuerung der Signale durch das ESTW Karlsruhe

Es ist geplant, auf der Strecke aller älteren Signale durch neue Kombinationssignale zu ersetzen, um so eine vollständige Fernsteuerung der Streckensignale durch das ESTW Karlsruhe zu ermöglichen.

Neigetechnik
Die Neigetechnik - also ein System zum Erreichen höherer Geschwindigkeiten bei stärkerer Kurvenneigung - ist zwar nicht von den Streckensignalen abhängig, gehört jedoch zu den technischen Einrichtungen der Strecke.
Die KBS 670 ist auf dem Abschnitt Saarbrücken Hbf - Neustadt (Weinstraße) Hbf für den Einsatz der Neigetechnik vorbereitet. Dies bedeutet, dass in Kurven höhere Geschwindigkeiten erreicht werden können.
Auf der Strecke kommen folgende Neigetechnikfahrzeuge zum Einsatz: BR 411 / 415 (ICE-T), 612 (Regionalverkehr). Bei beiden Baureihen ist die Neigetechnik jedoch zur Zeit wegen technischer Probleme außer Betrieb; mit Fahrplanwechsel im Dezember 2009 soll sie bei der Baureihe 612 jedoch wieder in Betrieb genommen werden.
Informationen zur Neigetechnik finden Sie bei Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

Bahnübergänge
Eng mit der Signal- und Sicherungstechnik verbunden sind Einrichtungen zum ebenerdigen Überqueren der Bahnstrecke - Bahnübergänge. Entlang der KBS 670 findet man diese vor allem auf dem Abschnitt Kaiserslautern Hbf - Neustadt (Weinstraße) Hbf in Form verschiedener Feldwegbahnübergänge. In Neustadt (Weinstraße) findet sich ein solcher Bahnübergang am Ortseingang am Streckenkilometer 76,4 (siehe Foto unten).