Die
Kursbuchstrecke 670 |
Einleitung
Neben dem größten pfälzischen Eisenbahnknoten mit den Betriebsstellen
Ludwigshafen (Rhein) Hbf bzw. Alt-Ludwigshafen (Rhein) Hbf (und einigen weiteren
mehr) weist der Eisenbahnknoten Homburg (Saar) eine komplexe Entwicklungsgeschichte
auf, die auch hier geprägt ist von verschiedenen Betriebsstellen und Bahnstrecken,
die im Laufe der Betriebszeit errichtet, betrieben und teilweise auch wieder
aufgegeben wurden.
Die Ansprache der in einer Zusammenfassung der
Entwicklungsgeschichte zu betrachtenden Eisenbahnstrecken mittels der allgemein
bekannten Kursbuchstreckennummer (KBS-Nummer) ist hier jedoch nicht zielführend.
Nicht jede Strecke hatte oder hat eine Kursbuchstreckennummer. Zudem stellen
die desöfteren vorkommenden Änderungen dieser Nummern keine ausreichend
beständige Basis für eine Beschreibung dar. Die in der nachfolgenden
Zusammenfassung verwendeten Betriebsstellennamen, Bahnstreckennummern und Bahnstreckennamen
entsprechen den in nebenstehender Tabelle (vergrößerbar, nach M2800001706)
festgelegten Definitionen.
Für die nachfolgende Beschreibung der Entwicklungsgeschichte des Eisenbahnknotens
wurde, soweit dies möglich ist, auf verfügbare Primärquellen
(Berichte und Statistiken der betroffenen Bahnverwaltungen, Amtsblätter,
Gleispläne, etc.) zurückgegriffen. Sekundärquellen wurden nur
soweit verwendet, soweit durch diese Lücken in der Beschreibung der Entwicklung
nicht anders zu ergänzen waren. Die textliche Beschreibung wird ergänzt
durch verfügbare Bilder und Pläne.
Die Ludwigsbahn entsteht
Die Entwicklung des Eisenbahnknotens um den späteren Bahnhof Homburg (Saar)
Hbf mit den verschiedenen Bahnstrecken und Betriebsstellen (Bahnhöfe, Abzweigstellen,
etc.) beginnt mit dem Bau und der folgenden Inbetriebnahme zum 1. Juli 1848
der anfänglich als "Rheinschanz-Bexbacher-Eisenbahn" geplanten
und später als "Pfälzische Ludwigsbahn" realisierten Strecke
von Bexbach über Homburg (Saar), Kaiserslautern und Neustadt (Weinstr)
nach dem heutigen Ludwigshafen (Rhein) [R2857601919, Seite 46]. Die erste die
Betriebsstelle Homburg (Saar) Hbf an das neu entstehende Eisenbahnnetz in der
Pfalz anbindende Eisenbahnstrecke ist der Streckenabschnitt Homburg(Saar) Hbf
– Kaiserslautern Hbf der hier heute als Strecke 10+03280 bezeichneten
Verbindung.
Wie auch auf anderen Streckenabschnitten der Pfälzischen Ludwigsbahn war
die Trassierung von Anfang an im Hinblick auf eine spätere Erweiterung
vorausschauend für zwei Streckengleise geplant und so auch zumindest für
den Unterbau ausgeführt. Anfangs wurde jedoch lediglich ein Streckengleis
verlegt und die Strecke im genannten Abschnitt ab Inbetriebnahmetag nur eingleisig
betrieben.
Anders als der später errichtete und noch heute in Betrieb befindliche
Streckenverlauf östlich des Bahnhofs Homburg (Saar) Hbf hatte die Strecke
zum Zeitpunkt der Betriebseröffnung eine andere Lage. Die ursprüngliche
Trassierung der hier als Strecke 14+03280 bezeichneten Lage unterscheidet sich
durch die direkter gerade Führung aus dem Bahnhof Homburg (Saar) Hbf in
Richtung Nordosten von der heutigen Lage.
Ludwigsbahn durchgehend in Betrieb
Die Erweiterung des Eisenbahnnetzes in die Gegenrichtung, d.h. in Richtung Bexbach
als Endpunkt der "Rheinschanz-Bexbacher-Eisenbahn", erfolgt zum 6.
Juni 1849. Für die Betrachtung des Eisenbahnknotens Homburg (Saar) Hbf
ist hiervon der Streckenabschnitt zwischen Homburg (Saar) Hbf und Altstadt (Saar)
von besonderer Bedeutung. Wie auch nordöstlich von Homburg (Saar) entspricht
auch der zu diesem Zeitpunkt nordwestlich von Homburg (Saar) in Betrieb genommene
Streckenverlauf nicht der heute in Betrieb befindlichen Verbindung. Der im Jahr
1849 dem Verkehr übergebene Verlauf stellt die direkte Verbindung, hier
als Strecke 14+03282 bezeichnet, dar.
Mit einem Rechtsbogen im Radius von R = 900 m, gefolgt von einer kurzen Zwischengerade
und einem weiteren Rechtsbogen mit einem Radius von R = 1000 m, schwenkt die
Trasse aus der Achse des Bahnhofs Homburg (Saar) Hbf in Richtung Nordwesten,
um so nach Altstadt (Saar) und von dort weiter nach Bexbach zu verlaufen [001].
Die königliche Grube in Bexbach, dies sei hier ergänzend wegen der
ursprünglichen Veranlassung des Streckenbaus bemerkt, ist erst viele Jahre
später mittels der Strecke 10+03275 Bexbach – Bexbach Grube sowie
den weiteren Abschnitten der Pfälzischen Ludwigsbahn von Kaiserslautern
Hbf bis nach Alt-Ludwigshafen (Rhein) Hbf ab 9. Februar 1901 durchgehend mit
dem Rhein verbunden [M2800001235, Seite 59].
Von Homburg nach Zweibrücken
Die nächste Entwicklungsstufe des Bahnknotens Homburg (Saar) ergibt sich
durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Homburg (Saar) Hbf nach Schwarzenacker.
Das Jahr 1857 bringt der Station Homburg (Saar) Hbf dadurch neun Jahre nach
der Aufnahme des Eisenbahnbetriebs die Aufwertung von einer reinen Durchgangsstation
zu einem Abzweigbahnhof. Die neue Strecke geht am 7. Mai 1857 mit einem Streckengleis
als eingleisige Strecke an Homburg-Beeden mit einem Radius von R = 2000 m vorbei
über Schwarzenacker und Einöd (Saar) nach Alt-Zweibrücken in
Betrieb [R2857601919, Seite 46] [002]. Der westliche Bahnhofskopf von Homburg
(Saar) Hbf wird für die Einführung der neuen Strecke um die hierfür
notwendigen Gleisanlagen ergänzt.
Plan 001
|
Der Ausbau im Schatten der Bliestalbahn
War die Trassierung der Strecke 10+03284 von Homburg (Saar) Hbf nach Schwarzenacker
ab der Betriebseröffnung im Kalenderjahr 1857 eingleisig ausgebaut, wurde
diese Strecken als Verbindung nach Zweibrücken später auch durch den
Verkehr in Richtung St.Ingbert genutzt. Mit der Eröffnung der Bliestalbahn
(Güterverkehr ab 1. März 1879, Personenverkehr auf bayerischem Gebiet
ab 9. März 1879 bzw. insgesamt ab 1. April 1879) wurde der Verkehr auf
dieser Verbindung weiter gesteigert [R2857101879, Seite 18]. Um eine Entspannung
der Verkehrsverhältnisse zu erlangen, wurde daher innerhalb der Pfälzischen
Eisenbahnen über bauliche Entlastungsmaßnahmen nachgedacht:
|
[...] Ein Ergänzungsbau
größeren Umfanges ist die Herstellung des zweiten Geleises
auf der Strecke Homburg = Einöd (Zweibrücken) mit theilweisem
Umbau der westlichen Ausmündung des Bahnhofes Homburg, welche Bauherstellung
nach den der kgl. Regierung in Vorlage gebrachten Plänen und Kostenanschlägen
einen Kostenaufwand von M. 828.000 erfordert. Die Nothwendigkeit und Nützlichkeit
dieser Anlage ist in einem technischen Berichte unseres Ober=Ingenieurs
eingehend nachgewiesen und ergibt sich hieraus, daß die Sicherheit
und die prompte Ausführung des Betriebes die Herstellung des zweiten
Geleises auf der bezeichneten Strecke, die projectirten Veränderungen
am Westende des Bahnhofes Homburg mit einer directen Verbindungscurve
von Bexbach nach Zweibrücken und die damit zugleich beabsichtigte
Beseitigung der beiden Wegübergänge mittelst Straßenunterführung
gebieterisch verlangen. |
|
Betriebsstelle: Homburg (Saar) Hbf.
|
Die dem jährlichen Bericht der Direction der Pfälzischen Eisenbahnen
über die Verwaltung der unter ihrer Leitung stehenden Bahnen in dem Jahre
1877 entnommene Darstellung beschreibt die drei grundlegenden Baumaßnahmen.
Neben der Ergänzung der bestehenden Linie durch ein zweites Streckengleis
umfasst dies den Umbau des Westkopfes des Bahnhofs Homburg (Saar) Hbf. Zusätzlich
ist der Bau einer Verbindungskurve zwischen den Strecken nach Neunkirchen (Saar)
Hbf und Schwarzenacker, hier als Strecke 15+03282 Verbindungskurve Homburg (Saar)
Hbf bezeichnet, vorgesehen.
Mit dem Umbau des Westkopfes ist die Verlegung des Eisenbahnbetriebs auf der
Strecke nach Neunkirchen (Saar) Hbf in die heutige Lage verbunden. Die Strecke
14+03282 Linienverschiebung Strecke 10+03282 wird damit aufgegeben:
| In diesem Zusammenhang ergab sich nun die weitere Frage, ob nicht gleichzeitig mit der Einleitung dieses zweiten Gleises in den Bahnhof Homburg derselbe in seiner Schienenlage so umgebaut werden sollte, daß nicht nur die Züge von und nach Bexbach alle Gleise direkt befahren konnten, sondern auch diejenigen in Richtung Schwarzenacker-Zweibrücken. Das war zu erreichen, wenn man die westliche Wendung der Bexbacher Ausmündung aufgab und alle Gleise in die gerade Richtung mit der Zweibrücker Bahn brachte, was durch eine neu hinausgeschobene Ausmündung der Bexbacher Strecke bewerkstelligt werden konnte. |
Durch die Linienführung kommt es zu einer Durchscheidung des Bahndamms der Verbindungskurve Homburg (Saar) Hbf. Diese, hier als Strecke 15+03282 bezeichnet, muss daher zwangsweise wieder aufgegeben werden. Als "Alter Bahnkörper" ist das Planum noch in verschiedenen Lageplänen, z.B. jenem aus dem Jahr 1918 zu erkennen [M2800000737, Seite 78] (siehe hierzu Plan 002).
|
Plan 002
|
War für die Betriebsaufnahme zum Jahresbeginn der Westkopf des Bahnhofs Homburg (Saar) Hbf verändert worden, folgt mit der Eröffnung der Strecke 10+03281 im Abschnitt Homburg(Saar) Hbf – Glan-Münchweiler eine Veränderung am Ostkopf des Bahnhofs. Der Neubauabschnitt wird dabei, zur Verbesserung der Betriebsdurchführung, kreuzungsfrei in den Bahnhof eingeführt. Der Bahnhof selbst wird dadurch zu einer Bahnanlage, die im Linienbetrieb betrieben wird, mit (von Norden nach Süden) der Verbindung Bexbach – Homburg(Saar) – Landstuhl, der Verbindung Rohrbach (Saar) – Homburg (Saar) Hbf – Glan-Münchweiler sowie Schwarzenacker – Homburg (Saar) Hbf. Mit dem Streckenneubau ist eine Achsverschiebung (mit Aufgabe der ursprünglichen Lage aus dem Jahr 1848) im Bereich des östlichen Bahnhofskopfes verbunden, der zu der heutigen Lage der Strecke 10+03280 führt.
|
Bild 002
|
Im Zusammenhang mit der Erstellung der Strategischen Bahn wird bis 1918 zurVerbesserung der Betriebsverhältnisse auf der Ostseite des Bahnhofs ein zusätzliches Verbindungsgleis errichtet, das eine Führung der Güterzüge von der auch als Glantalbahn bezeichneten Strecke 10+03281 in den Güterbereich des Bahnhofs Homburg (Saar) Hbf ermöglicht (siehe hierzu Plan 002).
Ein Zollbahnhof und dessen Netzanbindung
Die politischen Veränderung mit der Abtrennung der Bezirksämter St.
Ingbert (vollständig) sowie Zweibrücken und Homburg (jeweils nur teilweise)
als Folge des Versailler Vertrages von der Pfalz und deren Zuordnung zum Saargebiet
bedingen eine Anpassung der Eisenbahnanlagen im Knoten Homburg (Saar), um so
den Zusatzaufgaben als Grenzbahnhof zur Pfalz nachkommen zu können. Zur
Erweiterung der Gleiskapazität, die für die nun notwendige Zollabfertigung
notwendig sind, wird der Bahnhofsteil Zollbahnhof des Bahnhofs Homburg (Saar)
Hbf eröffnet, der Jahre später nach Abgabe der zollbezogenen Abfertigungsaufgaben
als Homburg Vbf bzw. in der hier verwendeten einheitlichen Systematik als Homburg
(Saar) Rbf bezeichnet wird.
Der Bahnhofsteil Zollbahnhof für den Güterverkehr wird ergänzt
durch einen am parallelverlaufenden Streckenabschnitt Rohrbach (Saar) –
Homburg (Saar) Hbf liegenden Haltepunkt für den örtlichen Personenverkehr:
Homburg West.
|
Plan 003
|
Die Anbindung des neuen Bahnhofsteils an die Homburg (Saar) berührenden Eisenbahnstrecken wird durch die dafür errichteten Verbindungsstrecken bzw. Verbindungskurven gewährleistet: Die Strecke 15+03283 Abzw Zunderbaum – Homburg (Saar) Rbf stellt die Anbindung nach Norden in und aus Richtung Neunkirchen (Saar) Hbf her. Die Verbindung in Richtung Süden nach und von Schwarzenacker wird gewährleistet durch die Strecke 15+03284 Abzw Homburg-Beeden – Homburg (Saar) Rbf. Die Verbindung zwischen Homburg (Saar) Hbf und Homburg (Saar) Rbf stellt die Strecke 10+03284 dar. Der neue Zollbahnhof erhält zudem eine Anbindung nach Westen an die Strecke 10+03250 Saarbrücken Hbf – Homburg(Saar) Hbf, die westlich des Haltepunktes in Höhe des Stellwerks "Hvs" (etwa in Höhe der Anbindung der Landesstraße L 114 an die heutige Landesstraße L 119) als Strecke 15+03285 Abzw Büchenloch – Homburg (Saar) Rbf von der Hauptstrecke abzweigt (siehe hierzu auch Plan 005).
Während die Benennung der Betriebsstelle Abzw Homburg-Beeden an den zugehörigen Bahnhof Homburg-Beeden angelehnt ist, stammt die Namensgebung der Abzweigstelle Zunderbaum, wie wohl auch die der Betriebsstelle Abzw Büchenloch, von einer Flurbezeichnung ab, die auch bei einem später in hier angelegten Gerätedepot der Bundeswehr namensgebend ist.
|
Plan 004
|
Das Ausziehgleis des Zollbahnhofs, welches auf einem in Richtung Westen ansteigenden Damm bis an das Ufer der Blies heranreicht, ermöglicht aufgrund dessen Höhenlage keine weitere Gleisverbindung zur südlich davon gelegenen Strecke.
Aufgabe der Verbindungskurven
Die Vereinfachung der Bahnanlagen im Knoten Homburg (Saar) beginnt mit der Betriebseinstellung
der Strecke 15+03285 Abzw Büchenloch – Homburg (Saar) Hbf. Unklar
ist in diesem Zusammenhang, wie auch schon bei der Inbetriebnahme, das tagesgenaue
Außerbetriebnahmedatum. Die vorhandene Quelle gibt hier (für eine
Linienführung bis nach Homburg (Saar) Hbf statt nur bis nach Homburg (Saar)
Rbf) lediglich das Kalenderjahr 1948 an [M2800001420, Anlage 4]. Noch im Jahr
1952 werden jedoch in einem Anlagenband (siehe hierzu Plan 005) zum Jahresbericht
der Eisenbahnen des Saarlandes des Jahres 1952 alle einstmals vorhandenen Strecken
dargestellt [M2800001041, Anlage 34].
|
Plan 005
|
Folgt man den Darstellung in der Monographie zu den Eisenbahnen an der Saar,
so gehören bereits zur Jahreswende 1947/1948 aber auch die Strecken Abzw
Zunderbaum – Homburg (Saar) Rbf sowie Abzw Homburg-Beeden – Homburg
(Saar) Rbf zu den wegen Zerstörung bzw. veränderten Betriebserfordernissen
nicht mehr in Betrieb befindlichen Strecken [M2800000217, Seite 93]. Sie sind
Teil der Differenz zwischen Eigentumslänge und Betriebslänge der Saarländischen
Eisenbahnen (SEB). Ob diese beiden Verbindungsstrecken zu diesem Zeitpunkt noch
durch Kriegseinwirkungen beschädigt waren bzw. ob sie schon außer
Betrieb genommen waren, ist der zitierten Darstellung nicht zu entnehmen.
Die Reduzierung der Gleisanlagen geht weiter mit der Einstellung des Verkehrs
auf der Verbindungskurve in Richtung Norden zwischen dem Abzweig Zunderbaum
und Homburg (Saar) Rbf zum 23. Mai 1953 [M2800001420, Anlage 4]. Durch diese
Einstellung sind keine direkten Zugfahrten mehr aus Richtung Neunkirchen (Saar)
Hbf in den ehemaligen Zollbahnhof möglich.
Wenngleich diese Verbindungskurve vom Jahr 2007 aus zurückblickend schon
mehr als 50 Jahre nicht mehr für den Eisenbahnbetrieb zur Verfügung
steht, ist sie noch immer, wie auch andere Strecken an anderen Orten, mit ihrer
raumprägenden Wirkung auf Luftaufnahmen, wie sie zwischenzeitlich im Internet
verfügbar sind [003], erkennbar (siehe hierzu Bild 001).
Ist seit Mai 1953 die nördliche Anbindung an das Streckennetz aufgegeben, wird zum 30. November 1953, d.h. noch im gleichen Jahr, auch auf der Anbindung nach Süden der Eisenbahnbetrieb aufgegeben [M2800001420, Anlage 4]. Auch diese Verbindungskurve kann nach mehr als 50 Jahren noch aufgrund ihrer Trassierung aus der Luft ausgemacht werden.
|
Bild 004
|
Neben den Spuren in der Kulturlandschaft in Form von Böschungen, Einschnitten oder trassenbegleitenden Baumreihen geben bei der südlichen Verbindungskurve auch die hierfür angelegten Ingenieurbauwerke kreuzender Verkehrswege Kunde von der ursprünglichen Linienführung.
|
Strecke: 15+03284, Homburg.
|
|
Strecke: 15+03284, Homburg.
|
Mit der Aufgabe der für den einstigen Zollbahnhof errichteten Anbindung
an die Strecke nach Saarbrücken, die Aufgabe der Anbindungen nach Norden
und Süden ist Homburg (Saar) Rbf nur noch direkt vom Bahnhof Homburg (Saar)
Hbf her zu erreichen.
Die Streckenelektrifizierung beginnt
Auch wenn die Eröffnung am 8. März 1960 nicht die erste Elektrifizierung
in der BD Saarbrücken war, stellen die dabei in Betrieb genommenen 31,10
km zweigleisige Hauptbahn von Saarbrücken Hbf nach Homburg (Saar) Hbf der
Strecke 10+03250 den Beginn der Umstellung auf elektrischen Betrieb der Achse
Saarbrücken Hbf – Mannheim Hbf dar [R2850301960, Seite 26].
War der erste Abschnitt rein in der BD Saarbrücken gelegen, wurde mit dem
Streckenabschnitt Homburg (Saar) Hbf – Kaiserslautern Hbf der Strecke
10+03280, der am 28. Mai 1961 eröffnet wurde, die damalige BD Mainz erreicht.
Der Anteil innerhalb der BD Saarbrücken zwischen Homburg (Saar) Hbf (ausschließlich)
und der Direktionsgrenze (bei km 37,68) schlägt in der Statistik der Deutschen
Bundesbahn (Blaubuch) mit 6,58 km zweigleisige Hauptbahn zu Buche. Der Anteil
innerhalb der BD Mainz zwischen der damaligen Direktionsgrenze (hier angegeben
bei km 14,96) und Kaiserslautern Hbf im Verlauf der Strecke 10+03280 zählt
28,74 km zweigleisige Hauptbahn [R2850301961, Seite 26]. Insgesamt hatte der
neu auf elektrischen Betrieb umgestellte Abschnitt damit eine Streckenlänge
von 35,32 km. Zusätzlich wurden in den berührten Bahnhöfen natürlich
auch Nebengleise mit den Anlagen für den elektrischen Zugbetrieb versehen,
so dass die Baulänge insgesamt weitaus größer war.
War im Jahre 1960 die Verbindung von Saarbrücken nach Homburg auf der direkten
Trasse als erste Strecke des Knotens Homburg (Saar) elektrifiziert worden, konnte
zum 22. Mai 1966 mit der Strecke Homburg (Saar) Hbf – Neunkirchen (Saar)
die dritte den Eisenbahnknoten Homburg (Saar) berührende Strecke in Betrieb
genommen werden. 13,64 km Betriebslänge als zweigleisige Hauptstrecke der
Strecke 10+03282 vollenden den Ausbau im Knoten Homburg (Saar) [R2850301966,
Seite 22], stehen so doch nun zwei Fahrmöglichkeiten ab Homburg (Saar)
Hbf nach Saarbrücken Hbf und insbesondere auch nach Saarbrücken Rbf
zur Verfügung. Weitere Strecken werden nicht mehr elektrifiziert. Die Überspannung
einzeler Gleisabschnitte der anderen Homburg (Saar) Hbf berührenden Strecken
erfolgt lediglich in deren Eigenschaft als Bahnhofsgleis.
Vom Rangierbahnhof zum Gleisbauhof
Mit der Aufgabe der Rangierfunktionen der Betriebsstelle Homburg (Saar) Rbf
werden dessen Anlagen zwar u.a. durch den Gleisbauhof Homburg (Saar) genutzt,
die Strecke 10+03284 Homburg (Saar) Hbf – Homburg (Saar) Rbf behält
jedoch weiterhin ihre Einordnung als Strecke und wird nicht zu einem Bahnhofsgleis
abgestuft. Im Gesamtstreckenverzeichnis der Deutschen Bundesbahn aus dem Jahr
1978 wird diese als Strecke 3284 geführt.
Mit der Verringerung der Nutzungsintensität auf den Eisenbahnbetriebsflächen
ergibt sich mit dem Rückbau der Anlagen Stück für Stück
für Flora und Fauna die Möglichkeit, die noch vorhandenen Anlagen
durch Sukzession für die Natur zurück zu erobern. War zwischenzeitlich
u.a., vorgesehen die Fläche nach Aufgabe des Eisenbahnbetriebs für
die Aufschüttung einer Kohlenhalde zu verwenden, wurde dieses Vorhaben
aufgrund örtlicher Widerstände aufgegeben.
Die umgangssprachlich weiterhin als Zollbahnhof bezeichnete Anlage im Westen
Homburgs hat auf diese Weise zwischenzeitlich eine hohe ökologische Bedeutung
gewonnen, so dass auch Pläne ein Industriegebiet auf der knapp 50 ha großen
Fläche zu errichten fallen gelassen wurden [004].
Um Funktion als Biotop dauerhaft zu sichern, wird dieser, wie auch die zwischenzeitlich
in einen Radweg umgebaute Trasse der früheren Bliestalbahn mit angrenzenden
Landschaftsteilen, als Teil der geplanten Biosphärenregion "Biosphärenreservat
Bliesgau" unter Schutz gestellt [005].
Die Betriebsstellen des Eisenbahnknotens
Aus den vorstehenden Darstellungen zur Entwicklung des Eisenbahnknotens Homburg(Saar)
ergibt sich die nachfolgende Liste von einstmals oder noch immer vorhandenen
Betriebsstellen:
Neben den oben genannten Betriebsstellennamen sind in den verwendeten Primär- und Sekundärquellen auch noch andere Bezeichnungen zu finden:
| 001 | Karte der Bayerischen Rhein-Pfalz zur Übersicht ihrer Eisenbahnen 1885. Direction der Pfälzischen Eisenbahnen, Ludwigshafen, 1885. Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Kriegsarchiv), München [GenStab 425] |
| 002 | siehe Anmerkung 001 |
| 003 | Luftbild. Internet-Auszug: 05.09.2007. Direktlink |
| 004 | Der Zollbahnhof. Naturschutzbund Deutschland
- Ortsgruppe Altstadt, Biotope und Projekte Internet-Auszug: 27.09.2007. Direktlink |
| 005 | Amtliche Bekanntmachung der Offenlegung zur Biosphäre Bliesgau. Kreisstadt Homburg(Saar), 18.09.2006. Sammlung Eric Gilgore |
| M2800000217 | Harrer, Kurt Eisenbahnen an der Saar Alba Buchverlag GmbH & Co. KG, Düsseldorf; Mai 1984 1984 |
| M2800000292 | Sturm, Heinz Die pfälzischen Eisenbahnen Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1967 |
| M2800000737 | Becker, Rolf; Emich, Hans-Joachim Die Eisenbahnen an Glan und Lauter Eigenverlag Autor, Homburg(Saar) 1997 |
| M2800001041 | Anlagen zum Jahresbericht der Eisenbahnen
des Saarlandes 1952 Eisenbahnen des Saarlandes, Saarbrücken 1952 |
| M2800001235 | Molter-Klein, Annette 150 Jahre Bahnhof Bexbach 1849-1999 Saarpfalz-Kreis, Homburg (Saarpfalz - Blätter für Geschichte und Volkskunde - Sonderheft 1999) 1999 |
| M2800001420 | Seitz, Eckhard Beginn und Entwicklung Staatlicher Eisenbahnverwaltung in Südwestdeutschland Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Saarbrücken, Pressedienst, Saarbrücken 1982 |
| M2800001706 | Gilgore, Eric Methoden der digitalen Bauwerkskatalogisierung 2007 |
| R2850301960 | Statistische Angaben über die Deutsche
Bundesbahn (Blaubuch) im Geschäftsjahr 1960 1.Januar bis 31.Dezember 1960 Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Frankfurt, Frankfurt(Main) 1961 |
| R2850301961 | Statistische Angaben über die Deutsche
Bundesbahn (Blaubuch) im Geschäftsjahr 1961 1.Januar bis 31.Dezember 1961 Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Frankfurt, Frankfurt(Main) 1962 |
| R2850301966 | Statistische Angaben über die Deutsche
Bundesbahn (Blaubuch) im Geschäftsjahr 1966 1.Januar bis 31.Dezember 1966 Deutsche Bundesbahn, Zentralstelle für Betriebswirtschaft, Frankfurt(Main) 1967 |
| R2857101877 | Bericht der Direction der Pfälzischen
Eisenbahnen über die Verwaltung der unter ihrer Leitung stehenden Bahnen
in dem Jahre 1877. Baur'sche Buchdruckerei in Ludwigshafen am Rhein, Ludwigshafen 1878 |
| R2857101879 | Bericht der Direction der Pfälzischen
Eisenbahnen über die Verwaltung der unter ihrer Leitung stehenden Bahnen
in dem Jahre 1879. Baur'sche Buchdruckerei in Ludwigshafen am Rhein, Ludwigshafen 1880 |
| R2857101904 | Bericht der Direktion der Pfälzischen
Eisenbahnen über die Verwaltung der unter ihrer Leitung stehenden Bahnen
in dem Jahre 1904. Baur'sche Buchdruckerei in Ludwigshafen am Rhein, Ludwigshafen 1905 |
| R2857601919 | Jahresbericht der Bayerischen Staatseisenbahn-Verwaltung
für das Betriebsjahr 1919. E. Mühlthaler's Buch- und Kunstdruckerei, München 1920 |