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Die Kursbuchstrecke 670
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Die Kursbuchstrecke 670 - POS Nord -- Die Strecke

Verkehrliche Zielsetzung des Projekts POS ist die Herstellung einer Schnellbahnverbindung zwischen Paris, Ostfrankreich und Süddeutschland. Dabei unterscheidet man zwei Streckenäste: POS Nord und POS Süd. Diesen Sachverhalt muss man sich in etwa so vorstellen:


Die POS Nord verläuft von Paris aus über Meuse nach Baudrecourt. Dort zweigt sie ab in Richtung Südwestdeutschland, also in Richtung Forbach, Saarbrücken, Mannheim.
Neben einer deutlichen Fahrzeitverbesserung fällt bei der POS Nord, wenn man sich die Fahrpläne der heutigen (2006) Züge und die der POS-Züge vergleicht, eine Änderung der Haltestellen auf:

EC 52 bis 9. Juni 2007
ICE 9558 ab 11. Juni 2007
EC 53 bis 9. Juni 2007
ICE 9559 ab 10. Juni 2007
Frankfurt (Main) Hbf
06.42 Uhr
06.34 Uhr
23.16 Uhr
22.58 Uhr
Darmstadt Hbf
07.03 Uhr
22.57 Uhr
 
Mannheim Hbf
07.40 Uhr
07.19 Uhr
22.21 Uhr
22.14 Uhr
Neustadt (Wstr) Hbf
08.00 Uhr
22.00 Uhr
 
Kaiserslautern Hbf
08.23 Uhr
08.05 Uhr
21.34 Uhr
21.31 Uhr
Homburg (Saar) Hbf
08.45 Uhr
21.11 Uhr
 
Saarbrücken Hbf
09.11 Uhr
08.48 Uhr
20.47 Uhr
20.50 Uhr
Forbach
09.22 Uhr
09.01 Uhr
20.35 Uhr
20.39 Uhr
St Avold
09.36 Uhr
20.20 Uhr
 
Metz Ville
10.13 Uhr
19.51 Uhr
 
Chalons-en-Champagne
11.42 Uhr
 
Paris Est
13.02 Uhr
10.45 Uhr
16.51 Uhr
18.54 Uhr

Sofort ins Auge sticht der Wegfall der bisherigen EC-Halte in Neustadt (Weinstraße) und Homburg (Saar) Hbf. Auch fällt auf, dass die POS-ICE nicht mehr über Metz fahren. Diese Umfahrung hat jedoch einen Grund: Durch die Streckenführung Saarbrücken - Forbach - Metz - Paris ist in Metz ein Fahrtrichtungswechsel notwendig. Mit dem Bau einer Umfahrung der Stadt Metz entfällt der Fahrtrichtungswechsel für die ICE nach und von Paris. Ebenfalls nicht mehr angefahren wird der Bahnhof St Avold, da ein Halt in diesem Bahnhof den ICE auf seiner schnellen Fahrt - was das Ziel der POS Nord ist - weiter ausbremsen würde.

Doch neben dem französischen Streckenabschnitt (300 km) gibt es auch einen kürzeren (128 km), deutschen Streckenabschnitt. Dieser ist die KBS 670.
Bereits bei der Unterzeichnung der Vereinbarung von La Rochelle am 22.05.1992 wurde der Streckenverlauf der POS Nord festgelegt: Paris - Baudrecourt - Saarbrücken - Mannheim (- Frankfurt (Main)). Man wusste auf deutscher Seite, worauf man sich einließ, wenn man die POS Nord über die Hauptstrecke KBS 670 führte.
Direkt nach der Unterzeichnung begannen die Vorbereitungsarbeiten für die Streckenertüchtigungsmaßnahmen auf der KBS 670. Schließlich begann man bereits 1997 mit einigen kleineren Umbaumaßnahmen: So wurde beispielsweise der Bahnhof Kaiserslautern modernisiert; eine Maßnahme, die fast 8 Jahre in Anspruch nahm, da es bei den Arbeiten immer wieder zu Verzögerungen kam. Schließlich starteten 1999 zwei Planfeststellungsverfahren: Das eine beschäftigte sich mit einer Kurvenreduzierung bei Kirkel (NBS 1), das andere mit dem Bau einer Umfahrung (NBS 2) des in einer engen Kurve gelegenen Bahnhofs Schifferstadt. Beide Feststellungsverfahren wurden 2000 abgestellen und so begann 2001 der Bau beider Neubaustrecken. 2002 wurde die Kurvenentschärfung Kirkel Geistkircher Hof vollständig für den Verkehr freigegeben, 2003 folgte die Umfahrung des Bahnhofs Schifferstadt. Damit war bereits ein großer Schritt zur Geschwindigkeitserhöhung auf der KBS 670 getan.
2001 startete man ebenfalls den Umbau des Bahnhofs Rohrbach (Saar), der aus Richtung Saarbrücken kommend nur durch das Durchqueren einer engen Kurve erreicht wurde. Durch Verkürzung und Verschiebung der Bahnsteige erreichte man neuen Raum, um die Kurve in so weit zu verschieben, dass sich der Radius zwar verengte, die Geschwindigkeit jedoch erhöht werden konnte (--> Fliehkraft). 2003 wurde der neue Bahnhof in Betrieb genommen.
Die obigen Beispiele stehen nur stellvertretend für die vielen Maßnahmen, die man zur Ertüchtigung der KBS 670 ergriff. Eine Auflistung aller Ertüchtigungs- und Vorbereitungsmaßnahmen finden Sie unter Chronik.

Erwartungen an die Strecke
An die POS Nord werden hohe Erwartungen gestellt, nicht nur auf Seiten der ausführenden Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Die an der POS Nord / Süd bzw. allgemein an der POS liegende Städte erhoffen sich durch die schnelleren Züge einen neuen Aufschwung im Tourismus und damit verbunden auch eine Umsatzsteigerung in der Gastronomie und im Geschäftsbereich.
Auf deutscher Seite wird der Hauptbahnhof Saarbrücken zum Eurobahnhof umgebaut. Dadurch entsteht neues Areal, auf dem die Stadt Saarbrücken ein neues Geschäftsviertel errichten wird, das mit einem direkten Autobahnanschluss und einer perfekten Lage direkt neben dem neuen Eurobahnhof beste Konditionen aufweist. So erhofft sich die Stadt die Ansiedlung einiger expandierender Unternehmen, die die perfekte Lage mit einem Gleisanschluss nutzen wollen und sich so zu mehr Kunden verhelfen wollen.

Wurden die Erwartungen erfüllt?
Nachdem die Strecke ihren regulären, planmäßigen Betrieb im Juni 2007 aufgenommen hat, war man sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite erstaunt über die positive Resonanz der Fahrgäste. Die angebotenen Verbindungen wurden so gut angenommen, dass teilweise bereits zwei Wochen im Voraus keine Plätze mehr reservierbar waren.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Züge stets gut gefüllt sind - egal, zu welcher Tageszeit -, wird darüber nachgedacht, die Kapazität der Züge durch Einsetzen von Doppelgarnituren zu erhöhen. Dazu müssen jedoch erst weitere ICE-Triebzüge gebaut werden.

Was folgt?
Auf französischer Seite wird zur Zeit an einer Schnellverbindung von Paris nach Strasbourg gebaut. Bislang befahren die TGV Paris Est - Strasbourg - Stuttgart mit Tagesrandlagenverbindungen nach München ab Baudrecourt eine Altbaustrecke. Mit Fertigstellung der neuen Schnellfahrstrecke ist Frankfurt (Main) Hbf von Paris Est aus schneller zu erreichen als über Saarbrücken - Mannheim. Es bleibt abzuwarten, ob sich die POS Nord auch dann noch behaupten kann.